Zeit zur Muße

Leseprobe

Muße ist die Zeit, die man nach eigenen Wünschen nutzen kann. Sie ist nicht mit Freizeit und ihren Aktivitäten zu verwechseln. Entgegen früherer Ansicht, Müßiggang sei aller Laster Anfang, wissen wir heute, wie wichtig es für die Gesundheit ist, sich ab und zu Zeit zum Nichtstun, zum Nachdenken und Erholen zu gönnen. Das Büchlein im praktischen Hosen/Taschen-Format ist dafür gedacht, sich irgendwo in eine ruhige Ecke zu setzen, im Freien auf eine Bank oder in der kälteren Jahreszeit auch vor den Kamin und beim Betrachten der Bilder und Lesen der Gedichte den immer hektischer werdenden Alltag zu verlangsamen, ein-mal die Zeit zu vergessen, die Seele baumeln zu lassen und sich dabei glücklich zu fühlen.
Viel Spaß mit Ihrer Zeit zur Muße.

 


 

Seite 14

 

Herzflimmern

 

Weicht das Kribbeln im Bauch
und das Herzklopfen auch
einem warmen Gefühl,
dann ist Liebe im Spiel.

 

Seite 24

 

Seelentiefe

Aus den Tiefen meiner Seele
springt von Zeit zu Zeit das Glück,
schaut sich eifrig um und wittert,
kehrt dann ganz beruhigt zurück.
Räkelt sich erneut gemütlich,
dass ich‘s fühle bis zum Bauch –
und schon muss ich wieder lächeln.
Komm und lächle auch!

 

Seite 41

 


 

Im Traum
Ich habe oft denselben Traum.
Im Hof der Mirabellenbaum,
der Schuppen und das Gartentor,
das alte Hühnerhaus davor.

Dort wo der große Garten liegt,
hab ich die Puppen gern gewiegt.
Jedoch, es ist schon lange her
und Baum und Hühner gibt’s nicht mehr.

Geblieben ist das Fachwerkhaus,
doch Fremde gehn nun ein und aus.
Sie wissen nichts von meinem Baum.
Es gibt ihn nur noch nachts im Traum.

 

Seite 66

 

Der Wind in den Weiden


Hörst Du es flüstern, hörst Du es geigen?
Es ist der Wind in den Weidenzweigen.

 

Er singt vom Sommer in vergangenen Jahren,
als die Großväter selber noch Kinder waren.
Vom Korbflechter, der seine Körbe flicht,
vom Hafer, der im Hosenbein sticht,
von der Wiese, noch mit der Sense gemäht
und dem Gras, das man wendet bis abends spät.

Von der Sonne verbrannt
und den Mücken zerstochen,
sind die Kinder gerne ins Heu gekrochen.
Sie spielten verstecken, spielten sich necken,
spielten, die Eltern zu erschrecken.

Dann gab’s einen Klaps auf die Hinterteile

und der Vater trieb sie alle zur Eile:
„Macht zu, Ihr Kinder, es ist schon spät,
vom Kirchturm her läutet ’s zum Abendgebet
und die Nachteule kommt aus den knorrigen Weiden.
 Sie mag kleine Kinder niemals nicht leiden.
Und findet sie Euch in der dämmrigen Au,
dann nimmt sie Euch mit, ich weiß es genau!“

 

Siehst Du die Elfen tanzen im Reigen? –
Es ist nur der Wind in den Weidenzweigen!

 

 

Seite 79

 

Winteranfang


Es reißt der Wind den Bäumen
die Blätter rasch vom Leib.
Lässt keine Zeit zum Träumen,
er will sie nicht versäumen,
die Winterzeit.

Die nackten Arme reichen
zum Himmel hoch empor.
Er lässt sich nicht erweichen,
auf Winter stehn die Zeichen,
die Kälte kriecht hervor.

Bereift die feinsten Äste
mit glitzerndem Geeis,
lädt ein zum Winterfeste
viel tausend weiße Gäste.
Sie rieseln schon ganz leis.

 

 

Kleine Bildauswahl aus dem Büchlein, weitere können im Ordner "Meine Bilder" entdeckt werden