Pressebericht "HGV im Gespräch" in: Echo-online vom 11.4.13

 

Ried-Impressionen und andere Motive

 

Verein – Claudia Blum und Georg Karl Kleinböhl zeigen an einem Tag in Dornheim einige ihrer Bilder

 Im alten Rathaus von Dornheim trafen sich Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins – links Vorsitzender Meinhard Semmler – mit den Malern Claudia Blum und Georg Karl Kleinböhl, die dort einige ihrer Kunstwerke ausstellten. Foto: Winfried Ott

 

 DORNHEIM. 


Blick auf Dornheim und Umgebung aus der Sicht von Künstlern hieß eine Kurzausstellung, bei der der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Dornheim Bilder von Claudia Blum und Georg Karl Kleinböhl zeigte. Kleinböhl stellte 18 Ölgemälde und ein Aquarell aus, Blum acht Aquarelle. HGV-Vorsitzender Meinhard Semmler dankte den Künstlern, dass sie sich und ihre Werke für diesen Tag zur Verfügung stellten.

Ried-Impressionen standen im Vordergrund. Diese waren auf den Bildern so perfekt wiedergegeben, dass die Betrachter auf Anhieb alle dargestellten Objekte erkannten. Die Siebengeschwister-Eiche war zum Beispiel ein Motiv von Blum. Diese ist somit der Nachwelt erhalten geblieben, denn im November 1999 musste die Eiche aus Sicherheitsgründen gefällt werden; die sieben Stämme verfaulten von innen her. Ein Jahr später hat der HGV an gleicher Stelle vier neue Eichensetzlinge gepflanzt, zehn Jahre später eine Foto-Tafel der alten Eiche aufgestellt. Eine weitere Erinnerung stellt das Aquarell vom ehemaligen, 370 Jahre alten Fachwerkhaus der Lerche-Marie in der Rheinstraße14 dar, das 1989 Stein nach Stein und Balken nach Balken abgetragen und in der Erbacher Altstadt originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

Claudia Blum ist in Wembach im Odenwald geboren. Sie lebte viele Jahre in Dornheim, heute in Stockstadt am Rhein. Seit ungefähr 30 Jahren beschäftigt sie sich mit der Malerei. So entstanden im Lauf der Zeit Aquarelle, Pastelle, Acrylarbeiten und Kohle- oder Rötelzeichnungen mit dem Schwerpunkt Ried. Zu den von ihr ausgestellten Bildern musste sie nicht viel erklären, da unter jedem ein Textblatt angebracht war, sodass sich der Betrachter direkt informieren konnte.

Wie Blum weiter ausführte, war sie früher als Lehrerin an einer Sprachheilschule und begann damals, sich für ihre Schüler spannende Geschichten, Gedichte, Märchen, Sagen und Balladen auszudenken, um ihren Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten. Das war die Initialzündung dafür, dass sie heute auch für Erwachsene schreibt. Die Erzählungen, und auch lyrische Texte, illustriert sie zusätzlich selbst.

Georg Karl Kleinböhls Motive reichen vom Stillleben über den Apfelbach im Groß-Gerauer Wald und Riedlandschaften bis zum Dornheimer Scheidgraben. Der Künstler wurde eingangs gefragt, wie er zum Malen kam. Er war 34 Jahre alt und lag krank, mit ärztlich verordneter Bettruhe zu Hause. Als der nächste Arztbesuch anstand, fühlte er sich wieder richtig wohl, doch der Arzt verordnete weitere zwei Tage Bettruhe. „Was machen?“, so Kleinböhl. Seine Bücher hatte er schon alle gelesen. Da entdeckte er an der Wand ein Kalenderblatt mit einem Berglandschaftsmotiv. Einen Malkasten mit Wasserfarben hatte er noch, und so fing er an, das Bergmotiv abzumalen.

Weitere Motive folgten, er bekam immer mehr Übung. Was seine Motive anging, so hat ihn, wie er sagte, seine Mutter für die Schönheit der Natur sensibilisiert. Sie hat bei Spaziergängen im Ried immer Feldblumensträuße gepflückt, die auch später Motive seines Schaffens wurden. Inspiration holte sich er bei Eugen Bracht und französischen Impressionisten.